1. Esst, wenn ihr Hunger habt, und esst das, was ihr wollt. Esst langsam und genussvoll, und hört auf, sobald ihr satt seid. Das kann man sich (wieder) antrainieren, denn, fällt euch etwas auf? Das ist eigentlich ein ganz normales Essverhalten, das jeder Mensch von Geburt aus an beherrscht. Ihr habt es verlernt, aber ihr könnt es zurückerlangen! Dafür ist es wichtig, dass ihr euch nichts mehr verbietet. Ich verspreche euch: sobald nichts mehr zu "verbotenen Lebensmitteln" gehört, verlieren diese auch ihren Reiz, denn sie sind ja erlaubt. So spürt ihr irgendwann wieder, worauf ihr wirklich Appetit habt. Das kann mal ein Steak oder Pommes, das kann aber auch mal Joghurt mit Obst sein. Tipp: Verbringt Zeit mit Menschen, die wirklich noch ganz normal essen können! So jemanden kennt ihr bestimmt. Ist das eine bestimmte Freundin oder ein bestimmter Freund? Vielleicht sind das auch eure Eltern? Diese Menschen essen, wenn sie hungrig sind und zwar das, worauf sie Lust haben. Sie essen eine Portion und hören auf, wenn sie satt sind, oder essen mehr, wenn sie noch hungrig sind oder es gut schmeckt. Versucht, euch an ihnen zu orientieren und nicht nur mit ihnen gemeinsam zu essen, sondern vielleicht noch mehr Zeit darüber hinaus mit ihnen zu verbringen. Ich habe so eine Freundin, und ich bewundere niemanden mehr als sie, obwohl ihr Verhalten eigentlich das Normalste der Welt ist. Es tut mir so gut und ich fühle mich stets ganz wunderbar, wenn ich mit ihr zusammen bin.
2. Fangt an, euch selbst zu wertzuschätzen! Wenn ihr das nicht tut, dann werdet ihr euch immerzu schlecht behandeln. Stellt euch vor den Spiegel und überlegt, was andere an euch mögen - oder was ihr am ehesten an euch mögen könntet. Wie fühlt ihr euch dabei? Wenn euch nichts einfällt, dann überlegt weiter, denn es gibt immer etwas. Wenn ihr etwas gefunden habt, z.B. dass ihr ein besonders intelligenter, einfühlsamer, hilfsbereiter, oder witziger, oder aufmerksamer, oder spontaner Mensch seid, dann beobachtet, was ihr bei diesem Gedanken empfindet. Tut es nicht irgendwie gut? Sagt euch innerlich ganz liebevoll: ,,Ich bin ein hilfsbereiter/humorvoller/wasauchimmer Mensch", und wenn ihr mögt, dann umarmt euch ruhig selbst oder streichelt euch über die Schulter.
3. Seid gut zu euch! Ihr würdet es nicht zulassen, dass andere euch beleidigen oder beschimpfen würden, oder? Warum tut ihr es dann bei euch selber? Hört auf damit, und behandelt euch so, wie ihr auch andere Menschen, z.B. eure Familie oder Freunde behandeln würdet. Macht euch ein Kompliment, oder seid gut zu euch, indem ihr beispielsweise ein Bad nehmt, einen guten Film schaut, euch ein leckeres Essen zubereitet, oder oder oder...
4. Tut das, was ihr gerne mögt! Was habt ihr schon lange nicht mehr getan, vielleicht, weil euch die Essstörung davon abgehalten hat? Spielt ihr gerne Handball? Schreibt ihr gerne? Macht ihr gerne Musik? Spielt ihr gerne mit Tieren, oder backt ihr gerne, oder geht ihr gerne ins Schwimmbad? Oder legt ihr gerne die Füße hoch und cremt euch ein? Was es auch ist, macht das, und ruhig öfter. So zeigt ihr euch, dass ihr euch selbst achtet und euch etwas Gutes tun möchtet. Genauso solltet ihr euch genug Wert zuschreiben: wenn andere etwas unternehmen möchten oder eine andere Meinung haben als ihr, dann dürft ihr ruhig aussprechen, dass ihr anders denkt! Selbst, wenn ihr am Ende überstimmt seid und etwas anderes unternommen wird, so beweist ihr euch jedenfalls, dass auch ihr ein Recht dazu habt, eine eigene Meinung zu haben und wahrgenommen zu werden.
5. Hört auf, euch zu vergleichen! Meine Therapeutin berichtete mir neulich von einer Studie, an der auch Patienten aus der Klinik am Korso in Bad Oeynhausen teilnahmen, mit der bewiesen wurde, das Modemagazine, Fernsehsendungen für Frauen usw. die Konsumentinnen nachweislich "runterziehen". Der Konzentrationsspiegel von irgendeinem Stoff im Gehirn steige an und mache uns unzufrieden mit uns selbst, weil wir uns mit dünneren, "schöneren" Frauen vergleichen.
Vor ein paar Jahren habe ich noch regelmäßig Frauenzeitschriften gelesen, hier und da mal ein Starmagazin aus der Tratsch- und Klatschpresse. Irgendwie war ich immer, nachdem ich die Zeitschrift durch hatte, total down. Ich wurde traurig, depressiv und weinerlich. Anfangs konnte ich keine Verbindung zwischen meiner Gefühlslage und den Magazinen herstellen, bis es mir irgendwann klar wurde - und seitdem lese ich einfach keine solche Zeitschriften mehr! Ich merke das ja heute noch - kaufe ich mir ganz selten doch noch mal ein Heft, fühle ich mich sofort niedergeschlagener.
Letztens im Kleiderkreisel-Forum: "Durch GNTM bin ich total selbstkritisch :((". Was weiß ich wie viele Mädchen schauen wöchentlich diese Sendung und vergleichen sich, egal ob be- oder unbewusst. Ich schaue es nicht. Ich habe keine Ahnung, wer in dieser Staffel dabei war, kenne nur ein paar Namen aus Erzählungen von Freundinnen. Dieses Vergleichen mit dünneren, vermeintlich "schöneren" Menschen macht einen fertig. Hört auf damit und findet lieber heraus, was an euch toll und liebenswert ist und was andere an euch schätzen und bewundern!
Wow, hab dein Blog eben erst entdeckt, super Seite und wunderbare Tipps! Du hast so recht mit diesem ständigen vergleichen, es raubt einem den letzten Nerv! Liebe Grüße und ganz viel Kraf :-)
AntwortenLöschenSchöne Sammlung von Tipps, die Seite fällt mir sehr gut. :)
AntwortenLöschen